Was ist ein hydraulischer Abgleich?
Beim hydraulischen Abgleich wird die Heizungsanlage so eingestellt, dass jeder Heizkörper genau die Wassermenge erhält, die er benötigt, um den jeweiligen Raum optimal zu beheizen. Ohne diesen Abgleich fließt das Heizungswasser häufig ungleichmäßig durch das System: Heizkörper in der Nähe der Heizungspumpe werden zu heiß, weiter entfernte Räume bleiben zu kalt.
Durch den hydraulischen Abgleich wird die Wärme gleichmäßig im gesamten Gebäude verteilt. Das Ergebnis: mehr Komfort, weniger Energieverbrauch und geringere Heizkosten.
Warum ist der hydraulische Abgleich wichtig?
Energieeinsparung
Ein korrekt abgeglichenes System arbeitet effizienter. Die Heizungspumpe kann mit geringerer Leistung betrieben werden und die Vorlauftemperatur lässt sich häufig senken – das spart spürbar Energie.
Gleichmäßiger Komfort
Schluss mit kalten Räumen und überhitzten Zimmern: Nach dem hydraulischen Abgleich erreicht jeder Raum zuverlässig die gewünschte Temperatur.
Weniger Geräusche
Fließgeräusche in den Rohrleitungen und Ventilen entstehen oft durch eine zu hohe Durchflussmenge. Der hydraulische Abgleich beseitigt diese Probleme dauerhaft.
Gesetzliche Pflicht & Fördervoraussetzung
Der hydraulische Abgleich ist in vielen Fällen nicht nur empfehlenswert, sondern gesetzlich vorgeschrieben. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) verlangt den hydraulischen Abgleich beim Einbau einer neuen Heizungsanlage sowie bei umfassenden Sanierungen.
Seit dem 1. Oktober 2024 regelt § 60c GEG den hydraulischen Abgleich als dauerhafte gesetzliche Pflicht – als Nachfolge der ausgelaufenen EnSimiMaV. Die Pflicht gilt nun für alle wassergeführten Zentralheizungen (nicht mehr nur Gasheizungen) in Gebäuden ab sechs Wohneinheiten:
- Ab 10 Wohneinheiten: Frist bis 30. September 2027
- 6–9 Wohneinheiten: Frist bis 30. September 2028
Auch bei der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) ist der hydraulische Abgleich nach Verfahren B eine zwingende Voraussetzung für die Bewilligung von Fördermitteln – etwa beim Heizungstausch über die KfW oder bei Einzelmaßnahmen zur Heizungsoptimierung über das BAFA (15 % Zuschuss, mit iSFP-Bonus bis zu 20 %).
Wir beraten Sie gerne, ob für Ihre Anlage ein hydraulischer Abgleich vorgeschrieben ist und welche Fördermöglichkeiten Ihnen offenstehen.
So gehen wir vor
Der hydraulische Abgleich bei Stamos erfolgt in mehreren Schritten:
- Bestandsaufnahme: Erfassung aller Heizkörper, Rohrleitungen und der Heizungsanlage
- Berechnung: Ermittlung der Heizlast für jeden Raum und der notwendigen Volumenströme
- Einstellung: Anpassung der Ventilvoreinstellungen an jedem Heizkörper
- Optimierung: Einstellung der Heizungspumpe und der Vorlauftemperatur
- Dokumentation: Protokollierung aller Einstellungen für Ihre Unterlagen
Für wen ist der hydraulische Abgleich relevant?
Grundsätzlich profitiert jede Heizungsanlage von einem hydraulischen Abgleich. In vielen Fällen ist er sogar verpflichtend:
- Einbau einer neuen Heizungsanlage oder Wärmepumpe (GEG-Pflicht)
- Gebäude ab 6 Wohneinheiten mit zentraler wassergeführter Heizung (Pflicht gemäß § 60c GEG)
- Beantragung von Fördermitteln über BAFA oder KfW (BEG-Voraussetzung)
- Umfassende Sanierungen und Heizungsmodernisierungen
- Ungleichmäßige Wärmeverteilung im Gebäude
- Hohe Heizkosten trotz moderner Technik
- Geräusche in den Heizungsrohren oder Ventilen
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